Nun sind wir also alle da. Angekommen. In Indien. In Kochi. Da, wo wir einen ganz besonderen Fundride starten wollen: die Jubiläumstour anlässlich 10 Jahre Fundriding zugunsten des Kleine Hilfsaktion e.V..
Und schon der erste Eindruck war für uns alle überwältigend – wohin man auch schaut, man schaut in freundlich lächelnde Gesichter. Inderinnen und Inder sind einfach mega nett. Man fühlt sich vom ersten Moment an Willkommen.
In den nächsten zwei Wochen will diese verrückte Horde also über 1.500 Kilometer quer durch das südwestliche Indien von Kochi/Kerala startend, über Karnataka, durch ein Stück Tamil Nadu, wieder zurück nach Karnataka an die Küste, und schlussendlich bis nach Goa fahren. Und das – wie könnte es anders sein – auf landestypischen Motorrädern der Marke Royal Enfield.
Am Start sind 15 FundriderInnen auf 13 Motorrädern. Komplettiert wird die Truppe durch unseren Tourarzt Dirk Boerner, unseren Tourguide Roland Debschütz, einen guten Freund von Roland – Balaji aus Radjastan – Deepak und Vishnu von Motorcycle Escapades, die als lokale Guides dabei sein werden, allesamt ebenfalls auf Motorrädern unterwegs. So kommen wir in Summe auf 18 Motorräder. Damit das Gepäck transportiert werden kann und wir unterwegs auch technischen Support erhalten können, begleitet uns noch ein Van mit einem Fahrer und zwei Mechanikern an Bord. Was das betrifft, ist schon mal für alles gesorgt.
Unser Ausgangsort Kochi ist schon für sich eine Reise wert. Hier gibt es eine Menge, das an die portugiesische, die holländische und später ab 1795 an die britische Kolonialzeit erinnert. Ein bisschen kommt man sich dann auch an vielen Stellen der Stadt in diese Zeiten zurück versetzt vor. Auch die ursprünglichen Backwaters im Hinterland sind sehenswert und es lohnt sich, dafür einen Tag einzuplanen. Ganz zu schweigen vom Hochland von Kerala. Nicht ohne Grund wird Kerala in Indien auch stolz „Gods own country“ genannt.
Unser „Basislager“ in Fort Kochi ist im Ballard Bungalow, wo wir mit Markose einen äußerst zuvorkommenden und fürsorglichen Gastgeber angetroffen haben. Es gibt nichts, was er nicht organisieren kann – nicht zuletzt ein köstliches Willkommens-Dinner für die gesamte Truppe. Während dieses Dinners fand dann auch das erste Briefing zur Tour statt und es wurden verantwortungsvolle Aufgaben verteilt – zum Beispiel: wer übernimmt die Kasse, in die alle zu gleichen Teilen einzahlen und aus denen dann zum Beispiel vom Kassenwart die Mittagessen auf der Tour bezahlt werden sollen. Schon bei diesem Briefing war zu erkennen – die Chemie stimmt, es wurde viel gelacht und rumgealbert und alle sind mega gespannt, was die nächsten zwei Wochen so alles bringen werden.
Morgen geht das dann nun also los – allerdings noch nicht mit einer Etappe, sondern mit einer kleinen Rundtour. Wir sollen und wollen uns an das Fahren im indischen Verkehr gewöhnen. Linksverkehr, Verkehrsregeln, die keine sind, eine Hupe, die der Kommunikation dient – und gaaanz viel Gelassenheit. Da morgen Sonntag ist, wird sich der Verkehr in Grenzen halten und wir können uns entspannt an die Bedingungen und die Motorräder gewöhnen. Ganz wichtig: vor dem Losfahren den Kilometerstand abfotografieren, denn wir sind ja (nicht nur!) zum Spaß unterwegs. Es wird ein Fundride und jeder gefahrene Kilometer zahlt buchstäblich auf unsere Mission ein: We ride for charity!
Autor: Ralf Hoffmann – Fundrider & Projektmanager Indien







