Wenn es noch eines Beweises bedarf, wie friedlich die Menschen in diesem Landstrich mit sich und der Natur umgehen, dann sind es die Tiere auf der Straße. Ob es die Affen am Wegesrand – oder auch direkt auf der Straße – sind, die Kühe, die auf der Straße liegen, das Wildschwein, das seelenruhig die Straße vor einem kreuzt, die Elefanten und die Axishirsche, die sich fast zum Anfassen nah neben der Straße aufhalten, die Ziegen und Pferde, die ganz gemütlich über die Straße trotten, die Hunde, die auch mitten auf der Straße liegen – und zwar wortwörtlich, mitten auf der Straße … die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. All diese Tiere wissen, dass ihnen keinerlei Gefahr droht vom Menschen – ja, noch nicht mal vom Verkehr. Ansonsten würden sie mit Sicherheit nicht so entspannt auch die Straßen als ihren Lebensraum wählen.
Und ja – heute haben wir tatsächlich wilde Elefanten gesehen. Drei waren etwas weiter weg deutlich im Unterholz zu erkennen (circa 30-50 m) und zwei standen wirklich nur 10 m neben der Straße. Das war schon ein besonderes Erlebnis. Die Szenerie war so friedlich, dass man sich in aller Ruhe gegenseitig beobachten konnte.
Heute waren es 5:44 Stunden reine Fahrzeit. Mit Pausen waren wir allerdings über 8 Stunden unterwegs.
Die Strecke hat mal wieder alles geboten – schnelle Abschnitte, auf denen man auch mal bis zu 120 km/h fahren konnte, Schotterpisten, die am besten im Stehen zu bewältigen sind und kurvige Abschnitte, viele davon durch dichten Wald mit Bäumen, die unfassbar hoch sind. 😳
Aber auch heute sind wir wieder alle wohlbehalten in unserem Domizil angekommen – das Wayanad Village Resort nahe Korome. Wir haben alle einen eigenen kleinen Bungalow und wenn man auf dem Balkon steht, dann schaut man direkt in den Dschungel. Mittlerweile ist die Sonne untergegangen und die Geräusche, die von draußen herein dringen hören sich auch genauso an. Welcome to the jungle!
Eines zeigen einem die InderInnen – zumindest die, die in dieser Region des Landes leben – denn Indien ist so unfassbar groß und vielseitig und wie man weiß, gibt es durchaus auch problematische Vorkommnisse in anderen Regionen Indiens. Aber zurück – man bekommt von den InderInnen eines gezeigt: Wenn man auf das schaut, was man hat – mit Dankbarkeit und Demut – dann kann man mit einem Lächeln durch das Leben und die Welt gehen. Wenn man immer nur auf das schaut, was einem fehlt, auf das, was man nicht hat, oder auf das, was der andere hat und was man selbst gerne hätte, dann fällt es mit dem Lächeln manchmal schwer. Vielleicht ist es ja gar nicht so kompliziert, öfter mal dankbar und demütig zu sein und somit öfter mal zu lächeln. Jede und Jeder von uns schläft hier jeden Abend mit einem Lächeln ein und wacht auch wieder mit einem solchen auf. Diese Reise ist Erholung für Seele und Geist. Und wir alle sind unendlich dankbar, dass wir das Privileg haben, diese Reise machen zu dürfen.
Autor: Ralf Hoffmann – Fundrider & Projektmanager Indien





