Die heutige Tour begann mit einer Zeremonie, die unserem Gastgeber sehr wichtig war. Von zwei Damen wurden wir und unsere Motorräder gesegnet. Unser Gastgeber möchte definitiv nicht schuld sein, wenn einem von uns auf der Weiterreise etwas zustoßen sollte. ☺️
Unsere Tagesetappe war eine Strecke von „nur“ 140 km, welche wir recht entspannt und mit relativ niedriger Geschwindigkeit als geschlossene Gruppe zurücklegen konnten. Die Strecke führte uns in den Bundesstaat Karnataka und schon bei unserem ersten Stopp konnten wir Kaffeeplantagen bestaunen. Genauso interessant ist der – wie Efeu – an den Bäumen emporwachsende Pfeffer. Überall!
Die Straßen, auf denen wir unterwegs waren, waren in relativ schlechtem Zustand mit vielen Schlaglöchern, aufgerissenem Fahrbahnbelag und langen Passagen aus Schotter. Mitunter war auch einfach mal Rollsplit auf der Straße. Speziell in Kurven nicht wirklich ein Spaß und es war höchste Vorsicht geboten.
Und auch in dieser Gegend gibt es natürlich Tiere, Tiere, Tiere – auch solche, bei denen viele wohl „iiihhh…“ sagen würden. Aber auch diese Tiere gehören nun mal zu einer reichhaltigen Natur.
Unser heutiges Domizil ist ein Camp – aber mit Camping hat das nichts zu tun – wenn überhaupt, dann ist es Glamping 😊
Das Camp nennt sich Three Hills und liegt in der Nähe von Coorg mitten in einer riesigen Kaffeeplantage. Wir übernachten also mitten in einem botanischen Garten.
In dieser Plantage wird Robusta und Arabica angebaut, wobei diese beiden Arten voneinander getrennt angepflanzt werden. Würden sie gemischt angepflanzt werden, dann würde der Robusta den Arabica verdrängen, denn der Arabica benötigt mehr Platz und mehr Wasser pro Pflanze. Die Kaffeebäume mögen es schattig und nicht zu warm. Wir befinden uns hier auch auf gut 1000 m Höhe und das gefällt dem Kaffee sehr gut. Die Beeren werden von Hand gelesen und während der Arabica bereits geerntet wird, braucht der Robusta noch circa zwei Monate, bis er reif ist.
Der Rundgang durch die Plantage war durchaus anspruchsvoll, denn das Gelände war teilweise sehr steil und die Wege rutschig. Wir haben schon Scherze gemacht, dass wir bisher alle das Motorradfahren ohne Verletzungen überstanden haben und wir uns doch jetzt bitte nicht beim Kraxeln über Stock und Stein die Knochen brechen oder einen Muskel zerren sollten. 😉
Aber abgesehen von ein paar Ausrutschern – gefolgt von Landungen auf dem Allerwertesten – ist alles gut gegangen. 😊
Schlussendlich zeigt es sich, dass es das Allerwichtigste ist, dass wir alle heil und gesund am nächsten Mittwoch in Goa ankommen, um dann am Donnerstag gemeinsam nach Hyderabad zu unseren Hilfsprojekten zu fliegen. We drive to arrive. Und wie eigentlich immer ist es so, dass man intensiver (er)lebt, wenn man die Geschwindigkeit reduziert.
Autor: Ralf Hoffmann – Fundrider & Projektmanager Indien







