Fundriding – wo der Pfeffer wächst
Der zweite Tag der Fundriding-Tour beginnt mit einem Moment, auf den viele gewartet haben: dem Kennenlernen der Fahrzeuge, die die Gruppe in den kommenden Wochen begleiten werden – die Honda Dream 125, das wohl typischste Verkehrsmittel Kambodschas.
Honda Dream: Ein Roller, der Kambodscha bewegt
Die 125er Honda Dream ist ein Großradroller, der das Straßenbild Kambodschas prägt. Mit rund 9 PS, einer unkomplizierten Technik und der legendären Robustheit eignet er sich ideal für die oft wechselnden Straßenverhältnisse des Landes. Ob über holprige Landstraßen, durch Dörfer oder im Stadtverkehr: Die Dream ist zuverlässig, leicht zu manövrieren und äußerst belastbar – perfekt für eine Tour wie diese.
Fahrsicherheitstraining bei über 30 Grad
Am Morgen steht das Fahrsicherheitstraining auf dem Programm. Roland Debschütz, Geschäftsführer der Kleinen Hilfsaktion und erfahrener Motorrad-Instruktor, führt die Gruppe in die Grundlagen der Fahrzeugtechnik ein: Bremsverhalten, Schaltwippe, Balance, Blickführung und die sichere Körperhaltung auf dem Roller.
Trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad finden alle Teilnehmenden schnell Vertrauen in das ungewohnte Fahrzeug. Bereits nach einer kurzen Übungseinheit zeigt sich: Die Fundrider kommen gut zurecht und entwickeln ein Gefühl für die Maschine. Die Stimmung ist konzentriert, aber gelöst – ein gelungener Start.
Von Kampot nach Kep – Krabbenmarkt und Küstenluft
Nach dem Training führt die erste Ausfahrt der Tour ans Meer, nach Kep und zum dortigen Krabbenmarkt. Der Markt ist ein lebendiger Ort, an dem frischer Fisch und Meeresfrüchte direkt vor Ort zubereitet werden. Das typische Bild aus Garküchen, Pfannenklirren und dem Duft von Chili und Zitronengras prägt die Atmosphäre.
Die Guides Roland Debschütz und Rolf Externbrink erinnern sich noch gut an frühere Besuche, als ein hölzerner Steg den Markt direkt mit dem Meer verband und Fischer ihre Ware aus Reusen im Wasser anboten. Dieser Bereich ist inzwischen einer Baustelle gewichen – der Markt hat heute keinen unmittelbaren Zugang mehr zum Meer. Was dort entsteht, ist unklar, möglicherweise ein neuer betonierter Marktbereich. Ein Stück des ursprünglichen Charmes scheint vorerst verloren.
Sothys Pepper Farm – Einblicke in den berühmten Kampot Pfeffer
Weiter geht es ins Hinterland zur Sothys Pepper Farm, einer kleinen, familiengeführten Farm, die den international bekannten Kampot Pfeffer produziert.
Die Farm bietet nicht nur Einblicke in den Anbau, sondern auch in die lange Tradition des Pfefferanbaus in der Region. Der inzwischen 91-jährige Norbert Klein, Gründer der Farm, erklärt den Fundridern die Besonderheiten des Kampot Pfeffers:
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einzigartiges Mikroklima zwischen Meer und Gebirge
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mineralreicher Boden
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traditionelle Handarbeit vom Pflanzen bis zur Ernte
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biologischer Anbau ohne chemische Zusätze
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ein charakteristisches Aroma – warm, fruchtig, intensiv und leicht blumig
Kampot Pfeffer zählt zu den wenigen Pfeffersorten weltweit mit geschützter Herkunftsbezeichnung (g.g.A.) und gilt als einer der besten Pfeffer überhaupt.
Ein Teil des hier produzierten Pfeffers wird von Marion und Rolf Externbrink auch nach Deutschland exportiert – unter dem Namen Mr. Bong’s, benannt nach dem kambodschanischen Projektkoordinator Bong Kov, der maßgeblich an der Umsetzung der Hilfsprojekte der Kleinen Hilfsaktion in Banan und Battambang beteiligt ist.
Nach einem Lunch mit frischem grünen Pfeffer und Meeresfrüchten und mit reichlich Pfeffer im Gepäck geht es für die Fundrider zurück nach Kampot.
Abend in der Villa Vedici – und ein Kampot, das im Licht funkelt
Untergebracht sind die Fundrider in der Villa Vedici, einem idyllisch am Fluss gelegenen Resort, das einen weiten Blick auf die umliegenden Hügel bietet. Ein idealer Ort, um die Eindrücke des Tages zu verarbeiten und die erste gemeinsame Ausfahrt Revue passieren zu lassen.
Der Abend klingt im lebendigen Kampot aus, einer Stadt, die mit ihren alten Kolonialhäusern, kleinen Cafés, Streetfood-Ständen und der entspannten Atmosphäre am Fluss schnell Sympathien gewinnt. Es ist ein Ort mit Seele – bunt, ein wenig verträumt und gleichzeitig voller Leben. Mit diesen Eindrücken endet Tag 2 der Tour.












