Kurven, Mönche und Fritz der Frosch

Der dritte Tag der Fundriding-Tour führt die Gruppe in eine der beeindruckendsten Landschaften Südostasiens: den Bokor Mountain Nationalpark. Nur wenige Kilometer außerhalb von Kampot erhebt sich das gewaltige Massiv, dessen Gipfel sich über eine spektakuläre, bestens ausgebaute Straße erreichen lässt – eine Strecke, die Freude, Herausforderung und Naturerlebnis zugleich bietet.

Von Kampot hinauf in die Berge

Unweit von Kampot liegt das große Eingangstor zum Nationalpark. Von dort windet sich die Straße über rund 32 Kilometer in unzähligen Kurven den Berg hinauf – eine Panoramastrecke durch dichten Regenwald, vorbei an Felswänden, offenen Ausblicken und immer wieder Nebelschwaden, die über die Straße ziehen.

Für einige Fundrider ist diese Auffahrt purer Fahrspaß, für andere eine Übung in Konzentration und Gleichmut. Deshalb teilt sich die Gruppe an diesem Tag auf:

  • die „Knieschleifer-Gruppe“ unter Leitung von Roland Debschütz, ehemaliger Motorradrennfahrer

  • und die „Blümchenpflücker-Gruppe“ mit Guide Rolf Externbrink, selbst früher Kradmelder – und damit gut geeignet für eine etwas entspanntere Auffahrt

Beide Gruppen genießen die Strecke auf ihre Weise. Der Bokor Mountain ist ein Ort, der niemanden kaltlässt.

Regenwald, Aussicht und neugierige Affen

Die Fahrt führt durch dichtes Grün und eindrucksvolle Felsformationen, unterbrochen von weitläufigen Ausblicken über die Ebene bis hin zum Meer.
Auf der Straße begegnen uns immer wieder Rhesusmakaken, die hier in kleinen Gruppen leben. Manche räumen gelassen die Fahrbahn frei, andere sitzen mitten auf der Straße und beobachten die vorbeifahrenden Roller mit stoischer Ruhe.

Zwischenstopp am Lok Yeay Mao Monument

Auf halber Strecke zum Gipfel liegt ein markanter Aussichtspunkt, an dem eine massive, über 20 Meter hohe Buddhastatue thront: das Lok Yeay Mao Monument.

Lok Yeay Mao ist eine Schutzgöttin aus dem kambodschanischen Volksglauben – Beschützerin von Reisenden, Jägern, Fischern und der Region Kampot.
Die Statue ist ein Pilgerort, ein Ort des Gebets und ein Platz mit einem der schönsten Ausblicke des Tages: Bei klarer Sicht erkennt man am Horizont die vietnamesische Insel Phu Quoc, scheinbar schwebend im Meer.

Das Bokor Palace – ein Hotel mit wechselvoller Geschichte

Weiter oben erreicht die Gruppe das berühmte, verwitterte Bokor Palace Hotel & Casino.
Das 1925 von der französischen Kolonialverwaltung erbaute Gebäude blickt auf eine bewegte Geschichte zurück:

  • Erholungsort der französischen Kolonialelite

  • später Casino

  • während der Roten Khmer zeitweise Gefängnis und strategischer Stützpunkt

  • nach Jahrzehnten des Verfalls in den 2010ern renoviert und wiedereröffnet

  • heute – nur wenige Jahre später – erneut in einem Zustand, der an eine Filmkulisse erinnert

Es ist ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird, ohne Worte.

Auf dem Parkplatz wird ein kleines Picknick aufgebaut – eine willkommene Pause zwischen Bergen und Wolken.

Ein besonderes Treffen: buddhistische Mönche und Fritz der Frosch

Während die Fundrider essen, trifft die Gruppe auf eine Gruppe buddhistischer Mönche.
Und hier kommt jemand ins Spiel, der inzwischen ein heimlicher Star der Tour geworden ist: Fritz der Frosch.

Fritz ist das Klassentier der Froschklasse (Klasse F) der Gemeinschaftsgrundschule Rösrath.
Fundriderin Anja Knigge, die an der Schule arbeitet, hat ihn mit auf das Abenteuer genommen – als Verbindung zur Klasse, als Reisebegleiter, als Symbol.

Und Fritz wirkt:
Mit seiner Hilfe entsteht nicht nur ein ungewöhnliches Gruppenfoto mit den Mönchen, sondern die Fundrider erhalten sogar einen kleinen Segen. Ein Moment, der zeigt, wie Begegnungen manchmal über den Umweg eines Stofftiers gelingen.

Mehr über Fritz und seine Rolle auf dieser Tour folgt in einem der nächsten Beiträge.

Kleiner Wasserfall, große Pause – und zurück nach Kampot

Auf der Rückfahrt machen die Fundrider einen kurzen Halt an einem kleinen Wasserfall. Nichts Spektakuläres, kein touristischer Hotspot – aber ein stiller, angenehmer Ort, an dem man die Fahrt kurz ausklingen lassen kann.

Der Abend endet erneut in Kampot, wo die Gruppe den Tag in den Gassen, am Fluss oder in den kleinen Cafés der Stadt ausklingen lässt.
Morgen wartet die Etappe nach Sihanoukville.

Ein langer Tag steht bevor – und ein weiterer Schritt auf dieser außergewöhnlichen Reise durch Kambodscha.