Ein Tag zwischen Bergen, Versorgung, Wasserwelten und einem ersten Schritt in die Hilfe

Der siebte Tag der Fundriding-Tour beginnt früh morgens in Ou Saom. Nach einer ruhigen Nacht im Herzen der Kardamom Mountains und einem einfachen Frühstück geht es auf die Roller. Vor der Gruppe liegen rund 150 Kilometer – eine Etappe, die landschaftlich beeindruckend ist und inhaltlich die Brücke vom touristischen Kennenlernen zu den ersten Hilfsprojekten schlägt.

Von den Bergen in die Ebene – die Abfahrt beginnt

Die Strecke führt zunächst aus den grünen Hügeln hinab in die weite Ebene der Provinz Pursat. Die Luft wird wärmer, die Landschaft offener. Reisfelder, Palmenhaine, kleine Dörfer und vereinzelte Holzwerkstätten prägen das Bild. Es ist eine Fahrt, die gleichzeitig beruhigt und erdet.

Zwischenstopp in Veal Veng – ein Ort im Wandel

Etwa auf halber Strecke erreicht die Gruppe Veal Veng. Der Ort galt lange Zeit als „Ende der Zivilisation“ – abgelegen, schwer erreichbar, kaum erschlossen.

Heute ist Veal Veng ein normaler Transitort entlang der neuen, modernen Straße zwischen Sihanoukville und Pursat. Dennoch spürt man hier noch, wie weit man vom urbanen Zentrum entfernt ist.

In Veal Veng besuchen die Fundrider ein Health Care Center, das von der Kleinen Hilfsaktion unterstützt wurde. Die Organisation hat in den vergangenen Jahren landesweit fast 200 solcher Zentren modernisiert – mit Fokus auf:

  • Wasserversorgung

  • sanitäre Infrastruktur

  • Hygiene

  • Abfallwirtschaft

Diese Arbeit verbessert die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum enorm und kommt Tausenden Menschen zugute – zuverlässig, langfristig und unabhängig von großen Städten.

Der Besuch zeigt einmal mehr, wie nachhaltige, strukturelle Unterstützung aussehen kann.

Weiter nach Pursat – und direkt weiter zum Wasser

Nach dem Besuch bleibt keine Zeit für eine längere Pause. Die Gruppe setzt die Fahrt zügig fort und erreicht am frühen Nachmittag Pursat – jedoch nur für einen kurzen Zwischenstopp. Von hier aus geht es direkt weiter zu den Floating Villages in der Nähe von Kandieng, die auf dem Tonle Sap liegen.

Floating Villages – Hilfe statt reiner Tourismus

Damit der Besuch nicht wie eine reine touristische Exkursion wirkt, hat unser Guide Phalla im Vorfeld einige Familien ausfindig gemacht, die unsere Unterstützung gut gebrauchen können. So wird der Besuch zu einer ersten, kleinen Annäherung an das, was die kommende Woche prägen wird: konkrete, menschliche Hilfe.

Die Gruppe trifft zunächst auf eine ältere alleinstehende Frau, deren einziges Transportmittel ihr kleines Boot ist. Ohne Motor ist es für sie aber schwer, ihre täglichen Wege zu bewältigen – zur Arbeit, zu Nachbarn, zum Markt. Die Fundrider finanzieren einen neuen Außenbordmotor, der ihr Mobilität und Selbstständigkeit zurückgibt.

Anschließend lernt die Gruppe einen jungen Mann kennen, der vor zwei Jahren bei einem Motorradunfall sein rechtes Bein verloren hat. Seitdem lebt er in einer schwierigen Situation – ohne Einkommen, ohne Perspektive. Gemeinsam mit lokalen Partnern sucht die Kleine Hilfsaktion für ihn nun eine Ausbildungsstelle zum Mechaniker für Bootsmotoren – eine Chance auf ein eigenes Einkommen, eine Zukunft, vielleicht sogar ein neues Selbstbewusstsein.

Diese kleinen, improvisierten Hilfsprojekte sind nicht spektakulär, aber zutiefst menschlich.
Sie zeigen: Hilfe beginnt oft im Kleinen – und entfaltet von dort aus Wirkung.

Bootsfahrt in den Sonnenuntergang – ein Moment zum Innehalten

Nach den Besuchen steigen die Fundrider in zwei kleine Boote.
Die Sonne steht tief, das Wasser glitzert, die Häuser der Dörfer spiegeln sich darin.
Kinder winken, Fischer holen Netze ein, Motoren knattern über die Wasseroberfläche.

Die Gruppe fährt langsam durch die Dämmerung. Ein Moment, der gleichzeitig friedlich, schön und nachdenklich ist.

Dann geht es zurück Richtung Pursat – das Ende eines Tages, der wie kaum ein anderer bisher zeigt, was Fundriding ausmacht:
Fahren, sehen, verstehen, helfen.